Die Präsidentinnen

Ein Stück von Werner Schwab

Ein katholisches Kaffeekränzchen, ein schreiend komischer Ritt durch die Abgründe der Biederkeit, eine Torten-Tortur ohne Beispiel. Der ganze Horror österreichischer Dorf-Idyllen, hier wird er Theater-Ereignis: Erna (gespielt von Judith Beier), Grete und Mariedl geben alles, nachdem sie im Fernsehen eine Papstmesse gesehen haben. Sie streiten über Gott und die Welt, ereifern sich über saufende Söhne, psychotische Töchter und lüsterne Dackel – vor allem aber über verstopfte Toilettenabflüsse und die beste Art, sie zu säubern. Ein Griff ins Klo, wie er bis dahin ungedacht war.

Seit seiner Uraufführung 1990 einer der Klassiker der Komödiengeschichte. Das erste von Werner Schwabs sogenannten »Fäkaliendramen«: großartig, bösartig, übertrieben.

Eine Produktion des Erthal-Theater, Aschaffenburg

Regie: Jürgen Overhoff

Premiere: 12. Februar 2014 – 20 Uhr

Spielzeit: Februar – Juni 2014 – www.erthal-theater.de

Die Presse schrieb
FÄKAL-SPRACHE AUF REINER BÜHNE
Theater: “Die Präsidentinnen” zelebrieren im Erthaltheater auf Toiletten sitzend ihre absurden Streitgespräche

(…) Denn die Schauspielerinnen Judith Beier als Erna, Katja Hufgard als Gretl und Agnieszka Kleemann als Mariedl agierten großartig vulgär, ekelig, spießig, geil, hysterisch, bösartig und mörderisch auf der klinisch reinen Bühne. (…) Erna mit ihrer bigotten Sprache sagt es am Schluss: “Jeder Mensch in diesem Land hat seine eigene Leich im Keller.” Und will doch die eigene Leich’ – den gegängelten und an Weltekel erstickenden Sohn – nicht erkennen. Beier spielt virtuos mit Ernas Text. Sie ringt sich schnaufend Wörter wie “Verkehr” oder “Stuhl” ab und lässt Sätze wie “Ich kann meinen Glauben nicht mit einem Sex und den Haufen vereinigen” platzen wie faule Tomaten an der Wand.

(…) Die Sprache stinkt zum Himmel, so wie die ganze verlogene Abtritt-Welt, in der das völlig sehenswerte Stück von den drei Klofrauen in der Endlosschleife gefangen ist. Main-Echo vom 14.02.2014 – Melanie Pollinger

 

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